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07.07.2015 10:29 Alter: 4 yrs
Kategorie: Allgemein
Von: schopf@hartner-schopf.de

Welcher Laufschuh ist der Richtige?


Ich werde oft von Patienten gefragt, welche Laufschuhe sie denn tragen sollten und habe ihnen bisher abgeraten die Laufanalyse in den Schuhgeschäften ernst zu nehmen. Diese sind oft sehr ungenau und nicht sehr aussagekräftig. Meine Meinung war bisher, dass der eigene Körper selbst das sensibelste Messinstrument darstellt und dementsprechend sollten die Patienten sich Schuhe aussuchen, in denen sie sich wohlfühlen. Diese These wurde nun von Dr. Benno Nigg von der University of Calgary in Kanada bestätigt.

Er hat in Testreihen Hinweise dazu gesammelt, dass ein Laufschuh technisch noch so ausgefeilt sein kann, wenn er seinem Träger nicht bequem ist, wird er weder Verletzungen verhindern noch die Leistung steigern.

Früher hat man sich häufig auf die Impact-Kräfte und die Pronation beim Bodenkontakt konzentriert. Die Forscher haben jedoch inzwischen festgestellt, dass diese beiden Variablen – also Dämpfung und Stützung – nicht ausschlaggebend sind.

Vielmehr haben Prof. Nigg und Kollegen – unter anderem Prof. Brüggemann von der Sporthochschule Köln – zwei entscheidendere Indikatoren identifiziert. Zum einen den Preffered Movement-Path. Dieser beschreibt den bevorzugten Bewegungsablauf des Gelenkes, der egal welcher Schuh oder welche Schuheinlagen getragen werden, sich nicht ändert und immer gleich bleibt. Das heißt der Körper folgt seinem natürlichen Bewegungsmuster, dem ein guter Laufschuh nicht entgegen wirken sollte, da der Fuß für dieses Bewegungsmuster einiges an Muskelaktivität aufbringt.

Der zweite Indikator ist der sogenannte Komfort-Filter, das sogenannte Fußgefühl. Sollte ein Schuhmodell beim Anprobieren nicht als komfortabel empfunden werden, sollte man dieses sofort aussortieren. Die Studie hat gezeigt, dass allein die Brücksichtigung eine komfortablen Schuhs eine um 50% geringere Verletzungs- und Beschwerdehäufigkeit verursacht.

Zusammenfassend kann man also sagen: Hört nicht unbedingt auf die Technik sondern auf euren Körper!