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18.09.2015 07:42 Alter: 3 yrs
Kategorie: Arthrose
Von: schopf@hartner-schopf.de

Künstliche Knie- und Hüftgelenke erhöhen die Gefahr für einen Herzinfarkt


Wissenschaftler an der Boston University School of Medicine unter Na Lu untersuchten 14000 Arthrosepatienten, die zwischen 2000 und 2012 einen Hüft- oder Kniegelenksersatz erhalten hatten. Diesen wurde eine Kontrollgruppe gegenüber gestellt. Die Patienten und die Kontrollgruppe wurden über 4 Jahre beobachtet und die Zahl der Herzinfarkte in dieser Zeit registriert (Arthritis, Rheumatol 2015, online, 31. August).

Es stellte sich heraus, dass bei den operierten Patienten im ersten postoperativen Monat die Gefahr eines Infarktrisikos deutlich erhöht war. Im weiteren Verlauf glich sich die Zahl der Infarktpatienten in der operierten Gruppe und der nichtoperierten Gruppe wieder an.

Die erhöhte Gefahr von Herzinfarkten steht wahrscheinlich im Zusammenhang mit einem deutlich erhöhten Risiko von Thrombosen und Embolien nach Gelenkersatzoperationen.

Diese Zahlen müssen meiner Meinung nach jedoch nicht Patienten davon abschrecken sich an Knie oder Hüfte operieren zu lassen, sollten sie von Schmerzen geplagt sein. Wenn Patienten sich nicht operieren lassen und sich aber aufgrund der Schmerzsituation weniger bewegen, erhöht sich bei Ihnen die Zahl an kardiovaskulären Erkrankungen und damit auch von Herzinfarkten. Von Interesse wäre es sicherlich Patienten zu vergleichen, die alle unter Arthrose leiden.

Mein Fazit aus dieser Studie ist, dass sich für schmerzgeplagte Arthrosepatienten im Prinzip nichts ändert. Bei den Patienten, bei denen eine Hüft- oder Knieendoprothese angezeigt ist, sollte die Operation durchgeführt werden. Es muss jedoch auf eine gute Thromboseprophylaxe postoperativ geachtet werden. Am besten wäre natürlich durch vorbeugende Maßnahmen Operationen zu vermeiden. Diesbezüglich empfehlen sich präventive Maßnahmen, die in einem anderen Blogeintrag schon einmal von mir aufgelistet wurden.