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29.12.2015 15:43 Alter: 3 yrs
Kategorie: Allgemein
Von: schopf@hartner-schopf.de

Craniomandibuläre Dysfunktion: Bedeutung der Körperhaltung beim Okklusionstest


Kürzlich durfte ich einen interessanten Artikel einer osteopathischen Kollegin über den Einfluss der Körperhaltung auf die Kiefergelenke lesen. Die Autorin der Studie Frau Dorothea Prödinger-Glöckl ist Osteopathin und arbeitet seit 2006 mit den Abteilungen für Kieferorthopädie der Universitäten Jena, Erfurt und Frankfurt a.M. zusammen.

Die craniomandibuläre Dysfunktion ist momentan, nicht nur wörtlich, in aller Munde. Sie beschreibt eine Störung der Funktion des Kiefergelenkes. Damit verbunden sind häufig Probleme an Stellen des Körpers, die man zunächst nicht vermutet. Beispiele hierfür wären Nacken- und Rückenschmerzen, Schwindel, Sehstörungen, Statikveränderungen der Wirbelsäule,…

Sie begegnet dem Osteopathen täglich bei seiner Arbeit und sollte interdisziplinär in Zusammenarbeit mit Fachzahnärzten oder Fachkieferorthopäden, Orthopäden, Osteopathen und Physiotherapeuten angegangen werden.

In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Artikel über die CMD veröffentlicht.

Frau Prödinger-Glöckl hat in ihrem Artikel „Craniomandubuläre Dysfunktion: Bedeutung der Körperhaltung bei Okklusionstests“ aufgezeigt, dass die Körperhaltung einen Einfluss auf das Kiefergelenk hat. Sie fand heraus, dass im Stehen, aber auch im Liegen der Druck auf die sogenannte bilaminäre Zone, ein Bereich des Kiefergelenks der eine Art Pufferfunktion hat und mit zahlreichen Schmerzrezeptoren versorgt ist, am geringsten ist. Sie vermutet als Ursache dafür die evolutionäre Entwicklung des Menschen als Geher und Läufer.

Daraus folgt, dass der Zahnarzt oder Kieferorthopäde die Bissabnahme zur Befundung und Behandlung im Stehen abnehmen sollte, was in der Praxis wohl eher selten erfolgt.

Einschränkend muss man jedoch anmerken, dass die Zahl der Patienten, die an der Studie teilnahmen nicht hoch war. Dadurch ist die Aussagefähigkeit der Studie leider eingeschränkt.