Orthopädische Schmerztherapie

Unsere fünf Sinne, Sehen, Riechen, Schmecken, Hören, Tasten, sichern unser tägliches Überleben im Alltag. Eine wichtige Sinneswahrnehmung wird in diesem Zusammenhang des Überlebens gerne vergessen: Der Schmerz.

Ich bin der Meinung, dass auch der Schmerz ein Teil unserer Überlebensstrategie ist.

Niemand hat gerne Schmerzen. Sie machen unser Leben beschwerlich und stören. Und dennoch müssen wir froh sein, dass es Schmerzen gibt. Der Schmerz ist ein profundes Warnsystem, das uns vor Gefahren, die unser Wohlbefinden oder unsere Gesundheit gefährden, schützt. Dabei ist wichtig, wie unser Gehirn die Schmerzinformationen verarbeitet. Sieht es das Schmerzsignal als bedrohlich an oder meint es, dass keine Gefahr für unsere Unversehrtheit besteht?

Die Schmerzverarbeitung im Gehirn wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst, zu denen u.a. Emotionen, akute Belastungssituationen und Erfahrungen zählen. Abhängig davon kann sich die Intensität der tatsächlichen Gewebeschädigung verschieden stark bemerkbar machen. Jeder von uns kennt Geschichten von Menschen, die schwerste Verletzungen erlitten haben und dies erst mit deutlicher Verzögerung bemerkt haben.

Genaue Anamnese der Schmerzen ist notwendig

In der Schmerztherapie sollte zuerst eine Analyse des Schmerzes erfolgen. Liegt ein akuter oder ein chronischer Schmerz vor? Welchen Einfluss haben strukturelle Schäden? Besteht eine Gewebeschädigung oder eine Schädigung an Nerven? Gibt es andere den Schmerz beeinflussende Faktoren? All das spielt bei der weiteren Therapie eine wichtige Rolle.

Die Patienten suchen den Arzt meist nicht aufgrund von akuten Schmerzen, die sie gut einordnen können, sondern wegen chronischen Schmerzen auf, die auf die bisherige Behandlung nicht ansprechen und die ihren Warncharakter verloren haben. Häufig bestehen Ängste, der Lebensalltag wird von Schmerzen negativ beeinflusst. Frustration und Resignation haben sich breitgemacht. All diese Faktoren gilt es für den Schmerzarzt zu analysieren und in seinem Therapieplan zu berücksichtigen.

Ich bin der Meinung, dass man dem Schmerz auf den Grund gehen muss.
Was unterscheidet die Schmerzen vom einen Patienten von Schmerzen eines anderen? Für mich sind Schmerzen keine eigenständige Erkrankung, sondern Symptom einer Erkrankung, die häufig mehrere Ursachen besitzt. Von daher muss eine genaue Anamnese und körperliche Untersuchung erfolgen. Ursachenforschung ist nötig. Der Patient sollte von allen Seiten betrachtet werden. Es ist nicht alleine damit getan, den Schmerzpatienten medikamentös einzustellen. Auch wenn das natürlich oft eine wichtige Maßnahme auf dem Weg der Gesundung sein kann. 

Therapie bei Schmerzen

Häufig sind Therapiemaßnahmen im Rahmen einer sogenannten multimodalen Schmerztherapie notwendig, die verschiedene ärztliche Fachrichtungen mit einbinden. Den Facharzt für Orthopädie, den Arzt für Manualmedizin oder Osteopathen, genauso wie den Facharzt für Neurologie, den Psychologen oder auch nichtärztliche Therapeuten wie Krankengymnasten, Sporttherapeuten oder Orthopädietechniker. Dementsprechend variabel kann eine Therapie der Schmerzen letzten Endes dann aussehen.

Ich sehe bei keinem Patienten einen Grund den Kopf in den Sand zu stecken. Die Schmerztherapie erfordert jedoch die Mitarbeit der Patienten. Man darf nicht erwarten, dass nur passive Maßnahmen eine signifikante Linderung bringen. Vielmehr muss das Ziel der Behandlung eine Aktivierung des Menschen sein. Der Schmerzpatient muss das Gefühl gewinnen noch etwas mit seinem Körper erreichen zu können.

Mein Ziel der Schmerztherapie bei meinen Patienten ist zunächst eine Besserung der chronischen Schmerzen zu erreichen. Was danach kommt lässt sich leider nicht vorhersagen. So ehrlich sollte man dem Patienten gegenüber sein.

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