Rückenschmerzen

Rückenschmerzen sind unterschiedlich starke Schmerzen im Wirbelsäulenbereich, die ganz verschiedene Ursachen haben können. Diese reichen u.a. vom „Hexenschuss“ (Lumbalgo) bis zum „Ischiasschmerz“ (Lumboischialgie), vom Nackenschmerz bis zu Kreuz-Darmbeinbeschwerden.

70% der Deutschen haben mindestens einmal im Jahr Rückenschmerzen, 80% klagen mindestens einmal im Leben über solche Beschwerden.

Sie sind die zweithäufigste Ursache für Arztbesuche.

Bei 90% dieser Rückenschmerzen spricht man von unspezifischen Schmerzen, d.h. es finden sich in den Untersuchungen einschließlich der Röntgen- und Kernspinbilder keine Erklärungen für die Beschwerden.

Es ist jedoch bekannt, dass die Ursache der meisten dieser unspezifischen Schmerzen im Bereich der Muskeln und Muskelfaszien liegen.

Man sollte aber andere Ursachen für Rückenschmerzen nicht außer acht lassen und diese ggf. abklären. Hierzu zählen u.a. folgende Krankheitsbilder:

Bandscheibenvorfälle, Rückenmarkkanaleinengungen, Wirbelgleiten, Arthrose, Wirbelbrüche, Osteoporose, rheumatische Entzündungen, Infektionen, Haltungsstörungen und Tumore.

Es liegen aber nicht nur orthopädische Gründe als Ursache von Rückenschmerzen vor. Auch internistische Erkrankungen (z.B. Rippenfell- und Bauchspeicheldrüsenentzündungen oder Magenprobleme) können Rückenschmerzen verursachen. Dies gilt im übrigen auch umgekehrt.

Auch psychische Schwierigkeiten führen oftmals zu Rückenproblemen. Dies erschließt sich schon allein aus den umgangssprachlichen Formulierungen wie „Rückgrat zeigen“ oder „schwer daran zu tragen“.

Zur Abklärung von Rückenschmerzen gehört eine genaue Anamnese. Seit wann hat der Patient die Schmerzen? Wann treten sie auf? Wie äußern sie sich? Wie stark sind sie?

Anschließend sollte eine körperliche, klinische Untersuchung des Patienten durch den Arzt erfolgen.

Wenn sich daraus die Notwendigkeit ergibt kann im Verlauf eine weiterführende bildgebende Untersuchung (Röntgen, Computertomographie, Kernspintomographie) oder Laboruntersuchung angeordnet werden.

Abhängig vom klinischen und radiologischen Befund ergeben sich unterschiedliche Therapiemöglichkeiten. Diese reichen von konservativen Maßnahmen wie schmerz- und entzündungshemmende Medikamente, Osteopathie, Krankengymnastik, Wärme, Akupunktur über minimalinvasive Wirbelsäulentherapieverfahren wie gezielte wirbelsäulennahe Infiltrationen oder Facettendenervierungen bis hin zu operativen Eingriffen unterschiedlichen Ausmaßes.

Eine wichtige Rolle zur Vermeidung von Rückenschmerzen spielen präventive Maßnahmen wie z.B. die Kräftigung der rumpfstabilisierenden Muskulatur. Dringend zu vermeiden sind Passivität und zu lange Schonung. Aktivität hält den Rücken gesund.